Musik in der Mensa

Foto: H. Josten

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Unplugged in sechs Sprachen

„Kultur in der Mensa“: Songs und Live-Lyrics

„Das erste Lied ist immer das schwerste“. Mit dieser Anmerkung begrüßte Moderator Karsten Tanzmann am vergangenen Freitag die Besucher in der vollbesetzten Mensa des Werkgymnasiums zu einem erneuten „Kultur in der Mensa“-Abend, auch oder gerade weil das Eröffnungslied "This is the Life" locker und leicht intoniert wurde. Das Erfolgsrezept dieser Veranstaltungsreihe am Werkgymnasium beginnt  schon bei der Besetzung. Lehrer wie der in Heidenheimer Kulturkreisen und darüber hinaus bekannte Wolfgang Weiss, sein Kollege Gerd Schock, der stellvertretende Schulleiter Ralf Kiesel und Sprachlehrerin Ricarda Rickert, Eltern wie Werner Lehmann (u.a. ehemaliges Mitglied der Gruppe „Karo Tweed“) und ehemaliger Schüler und Elternsprecher Karsten Tanzmann oder eben auch musikalische Freunde wie Johannes Fiedler und Vassilios Jakovidis – sie alle tragen zur Vielfältigkeit und zur Einmaligkeit dieser immer beliebter werdenden Veranstaltung bei. Was in den ersten Jahren noch im legendären „Teehaus“ hinter dem Schulgebäude begann, entwickelte sich in den Folgejahren nach dem Wechsel in die Mensa zu einem echten Geheimtipp. Unvergessen sind der „Bob-Dylan-Abend“, mit dem alles begann oder der Themenabend „Jiddisch und mehr“ – um nur zwei zu nennen. Mit einer Stammbesetzung aber auch mit einer immer wieder wechselnden Gesamtformation weiß dieser Abend aufzuwarten – auch etliche Schüler hatten hier schon ihre Auftritte. Entgegen der bisher üblichen Tradition, einmal jährlich im Herbst „Kultur in der Mensa“ anzubieten, haben sich die Verantwortlichen nun auch einmal getraut im Frühjahr „nachzulegen“. Und das mit immensem Erfolg.
Ein sechssprachiges Programm mit Liedern der Rolling Stones aus den frühen 60er Jahren bis hin zu Miley Cyrus „Wrecking Ball“ aus dem Jahre 2013. Dazu musikalische Vielfalt vom folkloristischen Stil über Liedermacher und Folk hinzu Pop und Rock. Kann so eine Spanne überhaupt gutgehen? Es kann – und wie!
Ein Punkt für den Erfolg dieser Reihe sind sicher auch die sogenannten „Live Lyrics“ – die Übersetzung der Liedtexte ins Deutsche. So geschehen zu Mark Knopflers „Sailing to Philadelphia“, in dem es um die Vermesser der sogenannten „Mason-Dixon-Linie“ geht und die später auch als „Sklaverei-Grenze“ zwischen den Nord-und Südstaaten der USA anerkannt wurde. Oder Eros Ramzottis „L’Aquila et il Condor“, in dem der sonst als „Italienischer Schmusebarde“ bezeichnete Sänger von einem Bündnis zwischen Norden und Süden der Welt singt. Beide Lieder wurden von dem „Heidenheimer Folkclub“ erfahrenem Duo Gerd Schock und Johannes Fiedler sehr stimmungsvoll vorgetragen. Auch die weitere Auswahl des Programms konnte sich sehen lassen: „Kind der Sterne“ des ehemaligen „Deutsch-Rockers“ Wolf Maahn - der als erster deutschsprachiger Act bei den legendären „Rockpalast-Konzerten“ der 70er/80er Jahre in die Geschichte einging.
Oder „Je Veux“ der französischen Sängerin Zaz – auch hier mit Textübersetzung, kurz darauf „Wrecking Ball“, beides ausdrucksstark vorgetragen von Ricarda Rickert. Deren Höhepunkt an diesem Abend aber sicherlich Sinéad O’Connor legendäres „Nothing Compares 2 U“ darstellte – minutenlanger Beifall war der Dank für diese Darbietung. Ebenso für Wolfgang Weiss‘ herrlichen Bassvortrag von „Hava Nagila“ und Ralf Kiesels einfühlsame Version von „Song for God“ des Schweizer Pianisten David Plüss am großen Konzertflügel des Werkgymnasiums.
Eine Premiere gab es an diesem Abend auch: Der „Mann mit den 12 Fingern“ (wie ihn Moderator Tanzmann bezeichnete) an der Bouzouki – Vassilios Jakovidis. Den Besuchern der Veranstaltungsreihe „Sommer im Brenzpark“ dürfte er durch die „Bouzoukis und Gitarren“-Konzerte bereits bekannt gewesen sein. Er brachte griechisches Flair in die Mensa – so dass man Ouzo, Retsina und die „Olympia-Platte“ schon beinahe vor Augen hatte. Mikis Theodorakis und Dionyssios Savvopoulos, die zwei wohl bekanntesten griechischen Liedermacher wurden so den Gästen abwechslungsreich vorgestellt.
So kam es dann nach „Horse with no Name“ von America und Leonard Cohens „Hallelujah“ unter langanhaltendem Applaus zur Verabschiedung. Lange wurde anschließend noch mit den anwesenden Gästen in lockerer Runde über das Programm und die einzelnen Darbietungen geredet und diskutiert - einstimmig verbunden mit dem Wunsch auf ein Wiedersehen im Herbst dieses Jahres.

Karsten Tanzmann

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Letzte Änderung am 17.04.2017 von Tomas Kostadinov