„Keine Zeit für die Zeit“ – Wenn Uhren den Aufstand proben.
Unterstufenchor des WeG begeistert mit Musical „Ausgetickt?“
Was passiert eigentlich, wenn die Uhren einmal gründlich genug haben vom ständigen Funktionieren-Müssen? Wenn ihnen das ewige Einerlei des Tick-Tack, die Präzision, Pünktlichkeit und Genauigkeit auf den „Wecker gehen“? Kurz: Wenn Uhren den Aufstand proben?
Diese Fragen beantwortete am Freitagabend, den 26. 06. 2026, der Unterstufenchor des WeG mit der begeisternden Aufführung des Musicals „Ausgetickt? Die Stunde der Uhren“.
Die Kulturmulde war trotz schweißtreibender Temperaturen voll besetzt und das Publikum erlebte einen überaus unterhaltsamen „Uhrenaufstand“. Tina Greulich (Gesamtleitung) und Dina Tanzmann (Regie) haben mit der vielfältigen und tatkräftigen Unterstützung von Marco Grasa mit viel Engagement und Herzblut ein Stück auf die WeG-Bühne gebracht, das den Mitwirkenden erkennbar genau so viel Freude beim Spielen machte wie dem Publikum beim Zusehen.
Seit Januar hatten die Schülerinnen und Schüler des Chores das Stück auch an einigen zusätzlichen Samstagen geprobt. Insgesamt waren über 30 Mitwirkende an der Aufführung auf und hinter der Bühne mit dabei.
Die Arbeit hat sich gelohnt! Mitreißende Chorsongs, wunderbar gesungene Soli, eine schwungvolle, spannende Inszenierung mit vielen Überraschungen und die lustigen, aufwändig und wunderschön gestalteten Kostüme sorgten bei den Zuschauerinnen und Zuschauern für restlose Begeisterung. Von der ersten Minute an sprang der Funke aufs Publikum über und alle waren dabei und verfolgten gebannt die Geschichte des Aufstandes der Uhren im Uhrenland.
Hier führt die „Superuhr“ ein strenges Regiment, dem alle Uhren gehorchen müssen. Ihre Devise: „Uhren müssen spuren!“ Alles läuft im Takt der Zeit nach dem Motto „Sekunden zerhacken – Minuten zerknacken“. Pünktlichkeit und Leistung zählen. Unterstützt wird sie von der Luxusuhr Rita Rolex, den Handwerkeruhren und „Uhrologen“ Öli, dem Ölkännchen, und Schrauber, dem Schraubenzieher.
Aber es rumort im Uhrenland. Die Uhren wollen nicht mehr mitmachen und proben den Aufstand. Zuerst sind es „nur“ ein Aufzieh- und ein Elvis-Radiowecker, denen es reicht. Sie haben genug vom ewigen Ticken - „Der Wecker geht mir auf den Wecker“ - und fliehen. Auch die anderen Uhren erkennen, dass das Leben mehr ist als Zeitdruck und Funktionieren und wollen frei sein. Als sich auch noch die rote Armbanduhr in die Taucheruhr verliebt und falsch zu ticken beginnt, ist das der Anfang vom Ende der strengen und freudlosen Herrschaft der Superuhr gekommen.
Um sich zu befreien, gehen die Uhren einem Tipp der weisen Sonnenuhr nach und machen sich auf die Suche nach der gefangenen Spieluhr, um mit ihr in den Kampf gegen die Superuhr zu ziehen. Sie wurde eingesperrt, weil ihre Musik Freude bringt und so die starre Ordnung der Superuhr stören könnte.
Als am Ende schließlich der Uhrenaufstand mit Hilfe der Spieluhr die Superuhr zum Aufgeben zwingt – „Jetzt weht ein anderer Wind, weil wir freie Uhren sind“ – hat das Regime der strengen Pünktlichkeit und des präzisen Funktionierens ausgetickt und es beginnt eine neue Zeitrechnung. Die Uhren entdecken, dass Zeit mehr ist als Hektik, Pflichterfüllung und Präzision und immer auch Zeit sein muss für Musik, Freundschaft, Gemeinsamkeit und Freude am Leben.
Am Schluss gab es für alle Beteiligten riesengroßen Applaus vom begeisterten Publikum. Es war ein rundum gelungener, lustiger und unterhaltsamer Musical-Abend am WeG. Vielen Dank an das Leitungsteam, die Helfer vor und hinter der Bühne und an alle beteiligten Mitspielerinnen und Mitspieler.
Jutta Woehl