30 Jahre Theater-AG am Werkgymnasium Heidenheim — Grußwort des Bürgermeisters

In Zeiten, in denen Kindern und Jugendlichen häufig nachgesagt wird, dass sie eigentlich auf nichts mehr „Bock“ hätten und immer nur vor der Glotze oder dem PC herumhängen würden, ist die Tatsache, dass eine Schultheater-AG 30 Jahre alt wird, ein durchaus außergewöhnliches und erfreuliches Ereignis. Noch bedeutsamer wird dieses Ereignis durch den Umstand, dass es sich nicht um die AG einer klassisch-musischen Schule handelt, sondern um das Werkgymnasium, welches ja bereits im Namen eher seine Ausrichtung aufs Praktisch-Handwerkliche ausdrückt. Erstaunt, aber beglückt registriert man, dass zu dem ohnedies vielfältigen Angebot und Spektrum eines Ganztages-Gymnasiums auch eine Theater-AG gehört, die über 30 Jahre Beharrungsvermögen und Kontinuität gezeigt hat. Kompliment!

Hinter einem solchen Erfolgserlebnis stehen natürlich Personen mit Namen. Besonders Peter Strobel hat sich in diesen 30 Jahren verdient gemacht, war von Beginn an – seit den Tagen in der Montageschule – dabei und hat in diesem Zeitraum erstaunliche 20 Produktionen auf den Weg gebracht.
Vorbildliches haben natürlich auch die Herren Michael Loessin und Eberhardt Rottler geleistet, aber auch Frau Mechthild Zenz, die für die herrlichen Bühnenbilder sorgt, wie auch Herr Joachim Kocsis und Frau Marlis Bernet-Götz, die den musikalischen Part so mancher Produktion beigetragen, aber auch eigenständige Abende gestaltet haben. In diesem Zusammenhang müssen die „Abende der Kleinen Stücke“ erwähnt werden – köstliche (und immer ausverkaufte) Experimentierfelder für Kinder und Pädagogen.

Daran zeigt sich ein besonders werthaltiger Aspekt der Theater-AG des Werkgymnasiums und des Jugend- und Schultheaters überhaupt: im spielerischen Einüben persönlicher und sprachlicher Ausdrucksfähigkeit, im Abbau von Hemmungen und Berührungsängsten gegenüber anderen, im Erfahren gruppendynamischer und sozialer Prozesse und nicht zuletzt an der Freude eines Spielerfolges, der im Werkgymnasium erstaunlich oft gefeiert werden durfte.

Solche Fähigkeiten müssen gefördert und unterstützt werden, da sie die wesentlichen Grundlagen für die Entwicklung mündiger, verantwortungs- und selbstbewusster Bürgerinnen und Bürger bilden, die wir überall als Partner brauchen, übrigens nicht nur in Heidenheim.
Heidenheim ist eine Theaterstadt mit einem bundesweit fast einmaligen Angebot an Amateurtheater; da fügen sich 30 Jahre Theater-AG am Werkgymnasium vortrefflich ein!


Rainer Domberg